Moskauer Community-Zentrum für LGBT-Initiativen offiziell in Extremisten-Register aufgenommen
Das Moskauer Community-Zentrum für LGBT-Initiativen wurde offiziell in die Liste der Terroristen und Extremisten von Rosfinmonitoring sowie in das Register für extremistische Organisationen des russischen Justizministeriums aufgenommen. Die entsprechenden Einträge erschienen am 4. September 2026 in den Datenbanken der Behörden, was die Durchsetzung gesetzlicher Beschränkungen, einschließlich der Sperrung von Bankkonten, zur Folge hat.
Zuvor, am 23. April 2026, hatte das Moskauer Stadtgericht einer Klage der städtischen Zweigstelle des Justizministeriums stattgegeben, die Organisation als extremistisch eingestuft und ihre Aktivitäten in Russland verboten. Diese Entscheidung war Teil einer breiteren Kampagne der russischen Behörden zum Verbot unabhängiger LGBT-Gruppen, die auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom November 2023 folgte, wonach die nicht existierende „internationale öffentliche LGBT-Bewegung“ als extremistisch eingestuft wurde.
Das Moskauer Community-Zentrum für LGBT+-Initiativen war seit 2015 aktiv. Die Organisation leistete psychologische und rechtliche Unterstützung für Mitglieder der LGBT-Community und veranstaltete Selbsthilfegruppen. Nach dem Gerichtsurteil im April erklärten die Vertreter des Zentrums ihre Absicht, die Arbeit fortzusetzen, jedoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen und einige Offline-Veranstaltungen abzusagen. Die Aufnahme des Zentrums in diese Register markiert den formalen Abschluss der rechtlichen Verfahren, die auf das Verbot seiner Aktivitäten abzielen.


