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Russisches LGBT-Netzwerk stellt nach Einstufung als „extremistische Organisation“ die Arbeit ein

Die überregionale öffentliche Bewegung „Russisches LGBT-Netzwerk“ hat die Einstellung ihrer Aktivitäten angekündigt. Vertreter der Organisation begründeten diese Entscheidung mit der Unmöglichkeit, ihre Arbeit fortzusetzen, und den hohen Risiken für Mitarbeiter und Freiwillige nach einem kürzlich ergangenen Verbot.

Im April 2026 stufte das Stadtgericht St. Petersburg die Bewegung nach einer Klage des russischen Justizministeriums als extremistische Organisation ein. Die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Medienberichten zufolge waren der Grund für die Klage die Menschenrechtsaktivitäten der Gruppe, darunter die Übermittlung von Daten über Menschenrechtsverletzungen an einen UN-Sonderberichterstatter.

Das 2006 gegründete „Russische LGBT-Netzwerk“ war eine der ältesten und größten Menschenrechtsstrukturen dieser Art im Land. Die Organisation leistete juristischen, psychologischen und Notfallbeistand für Opfer von Diskriminierung.

Die Schließung des Netzwerks erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Kampagne der russischen Behörden gegen LGBT-Initiativen. Im November 2023 verbot der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation eine nicht existierende „internationale öffentliche LGBT-Bewegung“, und seit Anfang 2026 haben fünf weitere regionale Organisationen und Projekte, die queeren Menschen helfen, den Status als Extremisten erhalten.

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