Morde an LGBT-Personen in Kolumbien stiegen 2025 um 63 %
Im Jahr 2025 wurden in Kolumbien 270 Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft ermordet, was einem Anstieg von 63 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies geht aus dem Jahresbericht „Ein System, das versagt: Vorurteile, Gewalt und Straflosigkeit gegen LGBTIQ+-Personen“ hervor, der von der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Caribe Afirmativo erstellt wurde. Nach Angaben der Organisation wurde im vergangenen Jahr alle 32 Stunden eine LGBT-Person im Land getötet.
Neben Morden registrierten Menschenrechtsverteidiger 1.184 Fälle von Drohungen, mit denen der Aktivismus der Gemeinschaft unterdrückt werden sollte. Der Bericht verzeichnet auch 1.531 Fälle von häuslicher Gewalt und 628 Vorfälle sexueller Gewalt, von denen sich die meisten gegen Lesben und bisexuelle Frauen richteten.
Ein erheblicher Teil der Verbrechen wurde im digitalen Raum begangen: Es wurden Fälle von Doxing, Identitätsdiebstahl, „Rachepornos“ und systematischer Belästigung registriert. Dies führte zu psychischen Problemen, Arbeitsplatzverlust, Vertreibung und der Isolation der Opfer.
Das Dokument stellt fest, dass sich die meisten Gewaltfälle auf die Hauptstadt Bogotá sowie auf die Departements Antioquia und Valle del Cauca konzentrieren. Die Organisation betont, dass Aggressionen auch in Gebieten bewaffneter Konflikte weit verbreitet sind. Menschenrechtsverteidiger weisen auf ein hohes Maß an Straflosigkeit und die Untätigkeit der Behörden bei der Untersuchung von Verbrechen gegen LGBT-Personen hin.


