Afrikanische Religionsführer rufen zum Schutz von LGBT-Rechten und sexueller Gesundheit auf
Auf dem MenEngage Africa-Symposium, das Mitte August 2026 in Mombasa, Kenia, stattfand, diskutierten afrikanische Religionsführer und Menschenrechtsaktivisten über die Rolle des Glaubens bei der Sexualaufklärung und dem Schutz der Menschenrechte. Die Teilnehmer drängten darauf, religiöse Gemeinschaften zu Räumen für offene Diskussionen über reproduktive Gesundheit zu machen und sich konservativen Kampagnen zu widersetzen, die sich gegen Frauen- und LGBT-Rechte richten.
Imam Bukuru Elie Khalfan aus Burundi, Leiter der Initiative Imams for She, erklärte, dass geistliche Führer bereits in Fragen der Familie und des eigenen Körpers involviert seien, weshalb ihr Einfluss Stigmatisierung eher abbauen als verstärken sollte. Er betonte die Bedeutung regelmäßiger Sexualerziehung, der Verteidigung der Rechte von Gemeindemitgliedern und der theologischen Ausbildung für Imame und Priester.
Koami Mawuwi Ahiakon aus Westafrika betonte, dass fortschrittliche Bewegungen die Konzepte von Familie, Kultur und Souveränität nicht den Konservativen überlassen dürfen. Um Kampagnen gegen die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte sexueller Minderheiten entgegenzuwirken, bedürfe es seiner Meinung nach breiter Koalitionen von Menschenrechtsverteidigern, medizinischem Fachpersonal, Jugendlichen und religiösen Vertretern, wie dies bereits in Sierra Leone und Liberia der Fall sei.
Reverend Ngonidzashe Mutume aus Simbabwe fügte hinzu, dass Geistliche ein öffentliches Vertrauen genießen, das staatlichen Gesundheitssystemen oft fehlt. Er führte als Beispiel die simbabwische Initiative MyAge Africa an, die christliche, muslimische und traditionelle Führer zum Dialog zusammenbrachte. Seiner Ansicht nach muss eine erfolgreiche Menschenrechtsarbeit auf Theologie und heiligen Texten basieren, anstatt als Aufzwingen externer Werte zu erscheinen.
Cynthia Lungu, Vertreterin von UNAIDS im östlichen und südlichen Afrika, präsentierte ein regionales Kompendium bewährter Praktiken, das gemeinsam mit traditionellen Führern aus Eswatini, Botswana, Südafrika und Malawi entwickelt wurde. Das Dokument schlägt konkrete Schritte zur Anpassung erfolgreicher Strategien vor, um schädliche soziale Normen in verschiedenen Ländern zu verändern.
Ishmael Bahati, Mitbegründer der kenianischen LGBT-Organisation PEMA Kenya, stellte fest, dass die Bewegung gegen Menschenrechte zu einer globalen Herausforderung geworden ist. Laut allAfrica.com nannte er fünf Prioritäten, um diesem Trend entgegenzuwirken: regionale Solidarität, die Erstellung von Aufklärungsmaterial auf der Grundlage von Koran und Bibel, die Ausbildung von Aktivisten in den Religionsgemeinschaften, die wissenschaftliche Schulung der geistlichen Führer selbst und eine Veränderung des öffentlichen Narrativs. Bahati betonte, dass der Glaube dazu da sei, die Menschen zu schützen und sie nicht zu isolieren.


