Russen nutzen fingierte gleichgeschlechtliche Ehen für Aufenthaltsgenehmigung in Griechenland
Wohlhabende russische Staatsbürger haben damit begonnen, fingierte gleichgeschlechtliche Ehen zu nutzen, um bei der Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung in Griechenland Geld zu sparen. Wie der Telegram-Kanal Baza berichtet, wurde dieses Modell relevant, nachdem das griechische Parlament im Februar 2024 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften legalisiert hatte.
Das griechische „Golden Visa“-Programm ermöglicht es Ausländern, eine Aufenthaltsgenehmigung beim Kauf von Immobilien im Wert von mindestens 250.000 Euro zu erhalten. Durch das Eingehen einer fingierten gleichgeschlechtlichen Ehe können zwei Männer oder zwei Frauen gemeinsam eine einzige Immobilie erwerben. In diesem Fall erhalten beide „Ehepartner“ das Recht auf eine Aufenthaltsgenehmigung, was die Kosten für die Teilnahme am Programm faktisch auf 125.000 Euro pro Person halbiert.
Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung dieses Systems ist, dass mindestens einer der Partner eine zweite Staatsbürgerschaft besitzt. Seit dem Frühjahr 2022 hat Griechenland die Annahme von Golden-Visa-Anträgen von Personen ausgesetzt, die nur die russische oder belarussische Staatsangehörigkeit besitzen. Familienangehörige des Investors können jedoch weiterhin auch nur mit einem russischen Pass Dokumente einreichen.
Anwälte warnen davor, dass die Teilnahme an solchen Programmen mit hohen rechtlichen Risiken verbunden ist. Die griechischen Behörden verschärfen die Kontrolle von Einwanderungsprogrammen und können Ehen auf ihre Echtheit prüfen. Im Falle einer Aufdeckung drohen den Tätern die Annullierung der Aufenthaltsgenehmigung, hohe Geldstrafen und ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum. Gleichzeitig betonen russische Rechtsexperten, dass die bloße Tatsache, im Ausland eine fingierte gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen zu haben, derzeit in Russland weder ein Grund für eine strafrechtliche Verfolgung noch für die Aufnahme in Extremistenlisten ist.


