Senegal lässt 28 Männer im Fall um angebliche Homosexualität aus Mangel an Beweisen frei
Ein Gericht in Senegal hat 28 von fast hundert Männern freigelassen, die im Februar unter dem Vorwurf homosexueller Handlungen festgenommen worden waren. Der Untersuchungsrichter des zuständigen Gerichts in Pikine-Guédiawaye stellte das Verfahren gegen diese Gruppe „mangels Beweisen“ ein.
Laut Le Monde befindet sich unter den Freigelassenen ein französischer Staatsbürger – ein in Dakar arbeitender Ingenieur in seinen Dreißigern –, der seit dem 14. Februar inhaftiert war. Weitere 71 Angeklagte werden weiterhin wegen „krimineller Vereinigung“ und „widernatürlicher Handlungen“ strafrechtlich verfolgt.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der beliebte senegalesische Fernsehmoderator Pape Cheikh Diallo. Vor etwa sechs Monaten wurde er verdächtigt, ein Netzwerk geleitet zu haben, das mit Homosexualität, vorsätzlicher HIV-Übertragung und Geldwäsche in Verbindung steht. Dieser Fall löste im ganzen Land eine beispiellose Verhaftungswelle aus. Homosexuelle Beziehungen sind im Senegal strafbar.


