Kanada hebt Beschränkungen für Samenspenden von schwulen und bisexuellen Männern auf
Das kanadische Gesundheitsministerium (Health Canada) hat die Aufhebung der letzten Beschränkungen angekündigt, die schwule und bisexuelle Männer daran hinderten, Sperma zu spenden. Ab diesem Herbst werden Fragen zum Analverkehr aus dem Screening-Prozess für Spender gestrichen.
Bis 2024 galt in Kanada ein Spendenverbot für Männer, die innerhalb von drei Monaten vor der Spende Sex mit Männern hatten. Nachdem der Aktivist Aziz M. diese Regelung 2023 vor Gericht angefochten hatte, änderte die Behörde die Formulierung in eine geschlechtsneutrale Frage über Analverkehr mit neuen oder mehreren Partnern. Die Kläger argumentierten jedoch, dass dies eine direkte Diskriminierung lediglich durch eine implizite ersetzte, da solche Regeln weiterhin unverhältnismäßig viele schwule und bisexuelle Männer ausschlossen.
Nun, bevor der Fall vor Gericht verhandelt wurde, hat die Regierung beschlossen, diese Fragen vollständig fallen zu lassen. In einer Erklärung betonte das Gesundheitsministerium sein Engagement, sicherzustellen, dass die Spendenrichtlinien sicher, diskriminierungsfrei und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Gregory Ko, ein Anwalt des Klägers, nannte den Schritt „einen wichtigen und präzedenzschaffenden Schritt zur Beendigung der jahrzehntelangen Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern“.
Die Abkehr vom verhaltensbasierten Screening wurde durch moderne Testmethoden ermöglicht. Jedes gespendete Sperma in Kanada wird obligatorisch auf Infektionskrankheiten (einschließlich HIV, Hepatitis B und C) getestet, dann für mindestens 180 Tage in Quarantäne gestellt und vor der Verwendung erneut getestet. Es wird erwartet, dass die Aufhebung der Beschränkungen dazu beitragen wird, den Mangel an Spendersperma im Land zu lindern.


