Ehemaliger Leiter von Popcorn Books in Russland zu vier Jahren Haft auf Bewährung wegen „LGBT-Extremismus“ verurteilt
Am Freitag, den 7. August 2026, verurteilte das Samoskworezki-Bezirksgericht in Moskau Dmitri Protopopow, den ehemaligen Leiter des russischen Verlags Popcorn Books, zu einer vierjährigen Bewährungsstrafe in einem Fall von „LGBT-Extremismus“. Dies berichtete das unabhängige Nachrichtenportal Mediazona aus dem Gerichtssaal.
Das Gericht schloss sich der Position der Staatsanwaltschaft an, die genau diese Strafe gefordert hatte. Nach Angaben der Ermittler organisierten Protopopow und seine Kollegen den Verkauf von queerer Literatur, nachdem die „internationale öffentliche LGBT-Bewegung“ in Russland als extremistisch eingestuft worden war, angeblich mit dem Ziel, Minderjährige in die Bewegung einzubeziehen.
Der Fall wurde in einem speziellen Schnellverfahren verhandelt. Laut der Quelle bekannte sich Protopopow vollumfänglich schuldig, ging einen Deal mit den Ermittlern ein und sagte gegen andere Beteiligte aus, einschließlich der Leitung der Eksmo-Holding, zu der der Verlag gehörte. Das Gericht ordnete außerdem die Beschlagnahmung von mehr als 8,7 Millionen Rubel (ca. 90.000 US-Dollar) als „kriminelles Einkommen“ an und verbot ihm für vier Jahre jede verlegerische Tätigkeit.
Zuvor hatten zwei weitere Angeklagte im selben Fall – der ehemalige Vertriebsleiter von Popcorn Books, Pawel Iwanow, und der Lagerleiter Artjom Wachljajew – ähnliche Bewährungsstrafen erhalten. Beide Angeklagten bekannten sich ebenfalls schuldig und sagten gegen ihre Kollegen aus.


