Femboy-Kandidat Daniil Neonov unmittelbar nach Haft wegen „LGBT-Propaganda“ angeklagt
Daniil Neonov, Kandidat für das Amt des Bezirksabgeordneten im Moskauer Stadtteil Schtschukino, wurde Opfer einer sogenannten „Karussell-Verhaftung“. Wie das Menschenrechtsprojekt Erstes Büro (Perviy Otdel) berichtet, wurde der junge Politiker unmittelbar nach Verbüßung einer zehntägigen Verwaltungshaft am Tor der Haftanstalt von maskierten Einsatzkräften abgefangen und auf ein Polizeirevier gebracht. Dort wurde ein neues Protokoll wegen sogenannter „LGBT-Propaganda“ gegen ihn ausgestellt, woraufhin er freigelassen wurde.
Neonovs vorherige Verhaftung stand im Zusammenhang mit einem Wahlkampfbeitrag, in dem er in einem Regenbogen-T-Shirt zu sehen war, was das Gericht als „Zurschaustellung extremistischer Symbole“ ansah. Der Kandidat, der sich offen als Femboy identifiziert, gab an, bei seiner anfänglichen Inhaftierung Ende Juli 2026 von Sicherheitskräften geschlagen worden zu sein. Aufgrund seiner Inhaftierung konnte er nicht die erforderlichen Unterschriften für die Teilnahme an den Wahlen sammeln.
Laut dem Anwalt Maksim Olenichev ist das Ausstellen immer neuer Protokolle eine Methode, um unabhängige Kandidaten unter Druck zu setzen und ihre politische Arbeit zu behindern. Neonov steht nun ein weiteres Gerichtsverfahren bevor.


