Italienische katholische Pfadfinder erlauben LGBT-Personen die Arbeit als Leiter
Der Verband der italienischen katholischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder (AGESCI) hat ein Dokument verabschiedet, das es LGBT-Personen, einschließlich Transgender-Personen, ermöglicht, Leitungs- und Bildungspositionen in der Organisation zu übernehmen.
Das Dokument mit dem Titel „Geschlechtsidentität sowie sexuelle und affektive Orientierung“ besagt, dass die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht länger als Kriterium dienen können, um Erwachsene von der Bildungsarbeit auszuschließen. Laut New Ways Ministry ist die Entscheidung das Ergebnis eines Dialogprozesses, der 2022 innerhalb des Verbandes initiiert wurde. Der Text des Dokuments betont die Notwendigkeit, Vorurteile zu überwinden und Inklusion zu fördern.
Die LGBT-Pfadfinderleiterin Luisa Alioto, die in einer eingetragenen Partnerschaft mit einer Frau lebt, betonte in einem Interview, dass die Annahme der neuen Regeln Hoffnung bringe und bestätige, dass LGBT-Personen offen in der Kirche dienen können.
Die Entscheidung der AGESCI rief in der Gesellschaft polarisierte Reaktionen hervor. Die italienische LGBT-Organisation Arcigay begrüßte die neuen Regeln und bezeichnete sie als das Ende jahrelanger Diskriminierung. Gleichzeitig kritisierte die konservative Gruppe Pro Vita & Famiglia den Verband und erklärte, diese Entscheidung verrate das Vertrauen von Familien, die ihre Kinder in eine katholische Organisation schicken.