Mexikos erster offen schwuler Bürgermeister, Benjamín Medrano Quezada, erschossen

In der mexikanischen Stadt Guadalajara wurde der 59-jährige Benjamín Medrano Quezada ermordet – der erste Politiker in der Geschichte Mexikos, der als offen schwuler Mann Bürgermeister wurde. Wie Infobae berichtet, fand der Angriff am 7. Juli statt, als sich der Politiker in einer Eisdiele aufhielt. Nach Angaben der Polizei fuhr ein Unbekannter auf einem Motorrad vor und schoss Medrano Quezada in den Kopf. Der Politiker starb noch am Tatort, und der Verdächtige konnte entkommen. Die Identität des Opfers wurde wenige Tage später von Angehörigen offiziell bestätigt.

Benjamín Medrano Quezada war von 2013 bis 2015 Bürgermeister der Stadt Fresnillo (Bundesstaat Zacatecas) und vertrat den Bundesstaat von 2015 bis 2018 als Bundesabgeordneter. Neben seiner politischen Karriere war er Sänger und Besitzer einer Schwulenbar. Trotz seiner offenen Homosexualität war Quezada Katholik und sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und das Adoptionsrecht für LGBT-Paare aus, mit der Begründung, dass die Gesellschaft noch nicht dafür bereit sei und dies den Traditionen widerspreche.

In den letzten Jahren stand der ehemalige Bürgermeister unter strafrechtlicher Untersuchung. 2022 wurde er beschuldigt, während seiner Amtszeit im Kuratorium der Nationalen Messe von Zacatecas mehr als 60 Millionen Pesos (etwa 3,4 Millionen Dollar) an öffentlichen Geldern veruntreut zu haben. Quezadas Verwandte bezeichneten diese Anschuldigungen als politische Verfolgung. Berichten zufolge hob ein Gericht 2025 seinen Haftbefehl auf, sodass er zum Zeitpunkt seines Todes nicht auf der Flucht vor der Justiz war. Die Polizei untersucht derzeit die Motive für den Mord.