Streit an privater Schule in Südafrika über das Hissen der LGBT-Flagge
Am Bishops Diocesan College, einer privaten anglikanischen Jungenschule in Kapstadt, ist ein Streit über das Hissen einer Regenbogenflagge zu Ehren des Pride-Monats entbrannt.
Am 23. Juni sandte der Ausschuss der Ehemaligenvereinigung (ODU) einen Brief an den Schulrat mit der Bitte, die Praxis des Hissens der LGBT-Flagge, die im Juni zwei Tage lang gezeigt wurde, zu beenden. Der Ausschuss schlug vor, eine offizielle Richtlinie zu verabschieden, die die Anzahl der Flaggen auf dem Schulgelände auf drei beschränkt: die südafrikanische Nationalflagge, die Schulflagge und die St.-Georgs-Flagge. Vertreter des Ausschusses erklärten, dass ihre Position eine Frage der Verwaltung und nicht der Homophobie sei, da das Hissen verschiedener Symbole Debatten darüber auslöse, welche anderen Flaggen noch gezeigt werden sollten.
Als Reaktion auf diese Erklärung bildete sich eine Gruppe von Eltern, Ehemaligen und Mitarbeitern, die etwa 400 Unterschriften zur Unterstützung der Maßnahmen der Verwaltung sammelte. In ihrer Erklärung, die von MambaOnline veröffentlicht wurde, wird angemerkt, dass das Hissen der Regenbogenflagge eine Geste der Inklusivität sei, die die Sicherheit und den Wert von LGBT-Schülern innerhalb der Schule demonstriere. Die Befürworter der Flagge verwiesen auf die südafrikanische Verfassung, die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet, sowie auf die langjährige Tradition, die Regenbogenflagge in der anglikanischen St.-Georgs-Kathedrale in Kapstadt zu hissen.
Der Schulleiter Tony Reeler lehnte die Forderung des Ehemaligenausschusses ab. In einem Brief an die Eltern erklärte er, dass an einem der Fahnenmasten der Schule weiterhin Banner gehisst werden, die verschiedenen sozialen Initiativen gewidmet sind. Im Laufe des Jahres hisst die Schule Flaggen zu Ehren des Afrikatages, der Krebsaufklärung, des Welt-AIDS-Tages und des Pride-Monats.
Der ehemalige Schüler Anton Taylor kritisierte die Initiative des Ausschusses öffentlich und wies darauf hin, dass die LGBT-Flagge nur an zwei Tagen im Jahr gehisst werde. Die Diskussion verlagerte sich auch in die sozialen Medien, wo die Nutzer unterschiedliche Meinungen äußerten: Einige unterstützten die Schule für die Schaffung eines sicheren Raums, während andere Kommentare hinterließen, in denen sie die Entscheidung kritisierten.
Zuvor, im Jahr 2024, war es an der Schule bereits zu ähnlichen Streitigkeiten gekommen, als einige Eltern und Schüler forderten, auf das Hissen der Regenbogenflagge zu verzichten.