Malaysische Regierung fordert die Verwendung des Begriffs „abweichende Kultur“ anstelle von „LGBT“
Die stellvertretende Ministerin für religiöse Angelegenheiten Malaysias, Marhamah Rosli, hat die Öffentlichkeit aufgefordert, das Akronym „LGBT“ nicht mehr zu verwenden, um eine „Normalisierung“ der queeren Gemeinschaft zu vermeiden. Stattdessen wird vorgeschlagen, den Begriff budaya songsang zu verwenden, was mit „abweichende“ oder „perverse Kultur“ übersetzt wird.
Laut Rosli zielt die Ersetzung des Begriffs darauf ab, die Algorithmen sozialer Netzwerke und Online-Plattformen zu beeinflussen, um die Verbreitung von LGBT-bezogenen Inhalten einzuschränken. Wie LGBTQ Nation berichtet, kündigte die Regierung die Umsetzung dieser Änderungen auf offizieller Ebene an.
Die Menschenrechtsorganisation Justice for Sisters verurteilte die Initiative und erklärte, dass die Verwendung einer solchen Terminologie LGBT-Personen entmenschlicht und Gewalt sowie Diskriminierung fördert. Vertreter von Amnesty International in Malaysia kritisierten ebenfalls die Entscheidung der Behörden und wiesen darauf hin, dass solche Aussagen den Hass gegen eine gefährdete Bevölkerungsgruppe legitimieren.
In den letzten Jahren hat der Druck auf die LGBT-Gemeinschaft in Malaysia zugenommen. Nach Angaben von Justice for Sisters wurden im Jahr 2025 im Land 307 LGBT-Personen festgenommen. Im Februar 2026 blockierten die Behörden den Zugang zu den Dating-Apps Grindr und Blued. Homosexuelle Beziehungen sind in Malaysia kriminalisiert und können mit bis zu 20 Jahren Gefängnis sowie körperlicher Züchtigung bestraft werden.