Christliche Organisationen in Großbritannien kritisieren Gesetzentwurf zur Konversionstherapie

In Großbritannien haben mehrere religiöse und gesellschaftliche Organisationen nach der Veröffentlichung des Regierungsentwurfs zum Verbot von Konversionstherapien ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Laut Christian Today erklärten die Evangelische Allianz und das Christian Institute, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur strafrechtlichen Verfolgung von Eltern führen und die Meinungs- und Religionsfreiheit verletzen könnten.

Der am 25. Juni 2026 von der Regierung veröffentlichte Gesetzentwurf (Draft Conversion Practices Bill) sieht eine strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Durchführung von Konversionstherapien vor, mit einer Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis. Das Dokument sieht auch zivilrechtliche Schutzanordnungen vor, um solche Praktiken zu verhindern.

Vertreter der Evangelischen Allianz erklärten, dass sie Versuche, die sexuelle Orientierung einer Person gewaltsam zu ändern, ablehnen, die Formulierung des neuen Gesetzentwurfs jedoch für zu vage halten. Ihrer Meinung nach könnte das Gesetz gewöhnliche Gespräche zwischen Eltern und Kindern oder Diskussionen im kirchlichen Umfeld kriminalisieren. Das Christian Institute äußerte eine ähnliche Position und wies auf mögliche Verletzungen der Meinungsfreiheit hin. Die Organisation Free Speech Union stellte zudem fest, dass die Initiative die Möglichkeiten von medizinischem Fachpersonal und Eltern einschränken könnte, Gespräche mit Kindern zu führen, die an Geschlechtsdysphorie leiden.

Die konservative Parlamentsabgeordnete Suella Braverman kritisierte das Dokument ebenfalls und erklärte, dass das Verbot von Konversionstherapien Eltern bestrafen könnte, die versuchen, ihre Kinder vor medizinischen Eingriffen wie Pubertätsblockern zu schützen.

In den kommenden Monaten wird der Gesetzentwurf einer vorparlamentarischen Prüfung unterzogen, bevor er zur Abstimmung gestellt wird.