22. LGBT-Pride-Marsch fand trotz Regierungsverbot in Istanbul statt

Ende Juni fand in der Türkei die 34. Pride-Woche statt, die mit dem 22. Istanbuler Pride-Marsch endete. Das Thema der diesjährigen Veranstaltungen war der Slogan „OFFEN“ (AÇIK AÇIK). Wie Vertreter des Pride-Wochen-Komitees in einem Interview erklärten, wurde dieses Motto als Reaktion auf die Politik der Kriminalisierung der LGBT-Community und die Vorwürfe der „Obszönität“ gewählt, wegen derer Mitglieder der Community zuvor mit Geldstrafen belegt worden waren.

Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass LGBT-Personen in der Türkei mit ernsthaften Schwierigkeiten konfrontiert sind, darunter wirtschaftliche Probleme, eine Wohnungskrise und Einschränkungen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, insbesondere zur Hormontherapie. Darüber hinaus äußerten sie sich besorgt über die mögliche Verabschiedung neuer Gesetze, die die Rechte der Community weiter einschränken könnten. Die Vertreter des Komitees betonten auch die Bedeutung der Solidarität mit anderen gesellschaftlichen Gruppen.

Trotz eines offiziellen Verbots durch den Gouverneur von Istanbul und der polizeilichen Blockade des Taksim-Platzes, wo die Märsche traditionell stattfanden, wurde der Marsch am 30. Juni abgehalten. Um die Blockaden zu umgehen, kündigten die Organisatoren im Voraus an, die Kundgebung auf die asiatische Seite der Stadt zu verlegen. Die Aktivisten versammelten sich auf der Bağdat-Allee, verlasen eine Presseerklärung und hielten einen kurzen Marsch ab, bevor sie sich aus Sicherheitsgründen zerstreuten. Medienberichten zufolge nahm die Polizei nach Abschluss der Veranstaltung mindestens 15 Personen fest.

„Wir wissen, dass Regierungen vorübergehend sind; aber LGBTQ+-Personen haben schon immer existiert“, erklärte das Pride-Wochen-Komitee und kommentierte den anhaltenden Druck auf die Community.

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