Türkische LGBT-Organisationen geben Erklärung nach Massenfestnahmen in Ankara ab

Fünfzehn türkische LGBT-Organisationen haben eine gemeinsame Erklärung zur Festnahme von 209 Personen in Ankara im Vorfeld des NATO-Gipfels am 7. und 8. Juli veröffentlicht. Unter den bei den morgendlichen Razzien Festgenommenen befand sich auch der Chefredakteur der Publikation Kaos GL und Menschenrechtsverteidiger Yıldız Tar.

In ihrem Appell wiesen die Organisationen darauf hin, dass neben Yıldız Tar auch Vertreter der LGBT-Community, Frauenrechtlerinnen, Anwälte, Akademiker und Gewerkschaftsmitglieder in Gewahrsam genommen wurden. Die Verfasser der Erklärung betrachteten die Razzien als Versuch, die LGBT-Bewegung, die Menschenrechtsarbeit und den Journalismus unter dem Vorwand der Gewährleistung der Sicherheit des internationalen Gipfels zu kriminalisieren.

Nach Angaben von Menschenrechtsverteidigern wurden den Festgenommenen während der Verhöre keine Fragen zum NATO-Gipfel gestellt, sondern zu ihren öffentlichen Äußerungen bezüglich des Regierungsprogramms „Jahr der Familie“.

Die offiziellen türkischen Behörden erklärten, die Festnahmen seien im Rahmen von Ermittlungen zu den Aktivitäten verbotener Organisationen durchgeführt worden. Gegen die Festgenommenen wurde eine 24-stündige Beschränkung für Treffen mit Anwälten verhängt.

Abschließend forderten die LGBT-Organisationen die sofortige Freilassung von Yıldız Tar und allen anderen Festgenommenen und betonten, dass die Verteidigung der Menschenrechte und journalistische Tätigkeiten keine Verbrechen seien.

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