Oberster Gerichtshof von Nepal Ordnet Legalisierung der Gleichgeschlechtlichen Ehe an

Am 18. Juni 2026 fällte der Oberste Gerichtshof von Nepal ein endgültiges Urteil zugunsten der Ehe für alle und wies die Regierung des Landes an, gleiche Heiratsrechte für Paare geschlechtlicher und sexueller Minderheiten zu gewährleisten. Das Urteil erfordert die Aktualisierung des Zivilgesetzbuches und die Einrichtung eines Heiratsregisters, das die Gleichstellung von LGBT-Personen garantiert.

Diese Entscheidung ist der Höhepunkt eines Prozesses, der 2023 begann, als eine Gruppe von Aktivisten diskriminierende Ehegesetze anfocht. Damals erließ der Oberste Gerichtshof eine einstweilige Verfügung, die die Behörden verpflichtete, ein separates temporäres Heiratsregister für gleichgeschlechtliche Paare zu erstellen, doch die neuen Regeln stießen bei lokalen Beamten auf Widerstand und den Versuch, sie vor Gericht anzufechten. Das aktuelle Urteil weist eine Gegenklage ab, die darauf abzielte, bereits registrierte Ehen für ungültig zu erklären, und bietet LGBT-Paaren Rechtssicherheit.

Der Menschenrechtsaktivist Sunil Babu Pant nannte die Entscheidung „einen historischen Meilenstein für Gleichberechtigung, Würde und Menschenrechte in Nepal“. Ihm zufolge bekräftigt sie die verfassungsmäßigen Prinzipien der Inklusion und Nichtdiskriminierung. Die lokale Menschenrechtsorganisation Blue Diamond Society stellte in einer Erklärung in den sozialen Medien fest, dass dies in den letzten zwei Jahrzehnten bereits die vierte Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sei, die bestätigt, dass die Freiheit, die Person zu heiraten, die man liebt, durch die Verfassung des Landes garantiert wird. Aktivisten erwarten nun, dass die Regierung Schritte zur praktischen Umsetzung des Urteils unternimmt.

Nepal ist eines der fortschrittlichsten Länder Asiens in Bezug auf LGBT-Rechte. Bereits 2007 forderte ein Gericht den Staat auf, die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten anzuerkennen und Diskriminierung zu beenden. Wie Menschenrechtsverteidiger jedoch anmerken, stößt die Umsetzung dieser Rechte in der Praxis häufig auf Schwierigkeiten: So haben beispielsweise Transgender- und nicht-binäre Menschen nach wie vor Probleme, Dokumente mit einem korrekten Geschlechtseintrag zu erhalten.