Der britische Premierminister Keir Starmer tritt zurück: Wie sich seine Haltung zu LGBT-Rechten veränderte

Keir Starmer kündigte am 22. Juni 2026 seinen Rücktritt als Vorsitzender der Labour-Partei und Premierminister des Vereinigten Königreichs an. Er wird bis zur Wahl eines Nachfolgers an der Spitze der Regierung bleiben. Die Bewerbungsfrist für Kandidaten beginnt am 9. Juli.

Starmers Entscheidung folgte auf die Kommunalwahlen im Mai im Vereinigten Königreich. Die Labour-Partei verlor dabei mehr als 1.220 Sitze in den Gemeinderäten, während die rechte Partei Reform UK über 1.300 neue Mandate gewann. Bei seiner Rede vor der Residenz des Premierministers in London erklärte Starmer, dass er nach seinem Rücktritt seine Zeit seiner Frau und seinen Kindern widmen wolle.

Bevor Starmer 2024 die Regierung übernahm, sahen ihn viele als Verbündeten der LGBT-Gemeinschaft. Als Menschenrechtsanwalt half er über die Organisation Human Dignity Trust, Anti-Homosexualitätsgesetze in Commonwealth-Ländern anzufechten. Außerdem verteidigte er vor Gericht das Recht von LGBT-Personen, beim Militär zu dienen. Als Parlamentsabgeordneter stimmte Starmer 2019 dafür, LGBT-Themen verpflichtend in den Lehrplan der Schulen aufzunehmen.

Im Jahr 2021 bezeichnete Starmer Transgender-Personen als eine der am stärksten diskriminierten Gruppen und unterstützte die Idee, das Verfahren zur Änderung des Geschlechtseintrags zu vereinfachen. Darüber hinaus trat im April 2026 ein von ihm unterstütztes Gesetz in Kraft, durch das Hassverbrechen gegen LGBT-Personen genauso streng bestraft werden wie rassistische Straftaten.

Während seiner Amtszeit als Premierminister verschärfte Starmer jedoch seine Rhetorik in Bezug auf Transgender-Personen. Im Jahr 2024 erklärte er, dass Trans-Frauen, die sich keinen geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen haben, keinen Zugang zu reinen Frauenräumen haben sollten. Er rückte auch von seiner Unterstützung für LGBT-inklusive Bildung ab und sagte, er sei gegen die Vermittlung von „Gender-Ideologie“ an Schulen .

Im April 2025 entschied der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs, dass das Wort „Frau“ im Gleichstellungsgesetz (Equality Act) ausschließlich das biologische Geschlecht meint. Starmer stimmte dieser Entscheidung öffentlich zu. Zudem verbot die Regierung ab Februar 2026 die Verschreibung von Pubertätsblockern an Transgender-Teenager. Das von der Labour-Partei versprochene vollständige Verbot von Konversionstherapien wurde bis zu seinem Rücktritt nicht eingeführt.