„Die Chroniken der Lesbenbars“ – ein Buch von Rachel Karp über die Geschichte und Zukunft sapphischer Räume in den USA
Die Recherchen der Journalistin Rachel Karp beleuchten die Vergangenheit, die Gegenwart und das Revival von Lesbenbars in den Vereinigten Staaten.

Ende Mai 2026 veröffentlichte der Beacon Press Verlag das englischsprachige Buch „Die Chroniken der Lesbenbars“ (The Lesbian Bar Chronicles: The Living History and Hopeful Future of America’s Dyke Dives and Sapphic Spaces). Geschrieben wurde es von Rachel Karp, einer amerikanischen Autorin, Produzentin und Mitbegründerin des Dokumentar-Podcasts Cruising.
Die Publikation ist eine Untersuchung der Geschichte und des aktuellen Zustands von Lesbenbars in den USA. In den 1980er Jahren gab es im ganzen Land rund 200 solcher Lokale, aber bis 2020 war ihre Zahl auf wenige Dutzend geschrumpft, was die Medien dazu veranlasste, über das Verschwinden sapphischer Räume zu berichten. Um ihr Schicksal zu dokumentieren, begab sich Karp mit ihrer Frau und einer Freundin auf einen Roadtrip durch das Land. Gestützt auf mehr als hundert Stunden Interviews mit Besitzerinnen, Personal und Stammgästen beschreibt die Autorin die Geschichte der verbliebenen Lokale und stellt fest, dass die Branche derzeit eine Wiedergeburt erlebt.
Das Buch erzählt sowohl von historischen Orten, wie dem von Eve Adams gegründeten Tearoom aus der Zeit der Prohibition oder der Chicano-Bar Redz in Los Angeles, als auch von modernen Projekten. Zu Letzteren gehören die landesweit erste Sportsbar für Frauen, The Sports Bra in Portland, sowie inklusive Lokale einer neuen Generation. Karp betont, dass moderne Lesbenbars offener für Transgender- und gender-nonkonforme Menschen geworden sind. Angesichts des politischen Drucks auf die LGBT-Gemeinschaft dienen diese Räume weiterhin nicht nur als Orte der Erholung, sondern auch als wichtige Zentren der Solidarität, der politischen Selbstorganisation und der Bewahrung der LGBT Geschichte.
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