„Queer India Now“: Eine Anthologie darüber, wie das Kastensystem und Rassismus die Homophobie verfestigten

Ein neues Buch, herausgegeben von Dhamini Ratnam und Dhrubo Jyoti, untersucht die Überschneidung von queerer Identität, Kastenzugehörigkeit und kolonialem Erbe im heutigen Indien.

„Queer India Now“: Eine Anthologie darüber, wie das Kastensystem und Rassismus die Homophobie verfestigten

Im Jahr 2026 veröffentlichte der Verlag Westland Books (unter dem Imprint Queer Directions) die Anthologie Queer India Now. Das Buch wurde von Dhamini Ratnam und Dhrubo Jyoti zusammengestellt und herausgegeben.

Die Sammlung bietet eine tiefgehende Untersuchung dessen, was es bedeutet, als LGBT-Person im heutigen Indien zu leben, zu arbeiten und zu lieben. Gestützt auf reale Geschichten und Analysen argumentieren die Autor*innen des Buches, dass die Geschichte des Kastenwesens und des Rassismus eng mit der Verfestigung der Homophobie in der indischen Gesellschaft verbunden ist.

Die Essayistinnen, darunter queere Anwältinnen, trans* Ärztinnen, Künstlerinnen und Aktivistinnen, zeigen, wie Sexualität und Geschlecht zu Schauplätzen für die Ausübung von Kastenprivilegien wurden, lange bevor der britische Kolonialismus seine spezifische Form von rassistischen Vorurteilen und Misogynie einführte. In der Einleitung des Buches wenden sich die Autorinnen historischen Beispielen zu, beginnend mit den Gerichtsverfahren gegen Hijras und Transgender-Personen im 19. Jahrhundert. Sie demonstrieren, wie die koloniale Gesetzgebung – wie der britische Artikel 377 und der Criminal Tribes Act – gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht nur kriminalisierte, sondern auch die Entmenschlichung marginalisierter Gruppen verfestigte.

Das Buch hebt den Gedanken des Denkers und Politikers Bhimrao Ramji Ambedkar hervor, dass Vorurteile nicht auf unfruchtbarem Boden gedeihen können. Die Entwicklung der Homophobie in Indien wird nicht einfach als Folge der viktorianischen Moral betrachtet, sondern als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels lokaler Kastengeometrie, ritueller Entmenschlichung und von Kolonialherren aufgezwungener Normen.

Die Publikation soll nicht nur ein historischer Exkurs sein, sondern auch eine Reflexion über den gegenwärtigen Kampf LGBT Inder*innen um Würde in einer Gesellschaft, die in vielerlei Hinsicht rechtlich restriktiv und sozial intolerant bleibt.